Ein etwas bizarrer Klobesuch beschäftigt seit zwei Jahren die bayerische Justiz: Der Bürgermeister der oberbayerischen Gemeinde Scheyern im Landkreis Pfaffenhofen – der übrigens nicht der CSU angehört – kämpft vor der Verwaltungsgerichtsbarkeit um sein volles Gehalt, auch wenn ihm die Auftritte dort doch etwas peinlich sein dürften.
Was war geschehen? Dem armen Mann war Ende 2010 verwaltungsgerichtlich bestätigt worden, dass die dreijährige Kürzung seines Gehalt um 20 % – aus disziplinarrechtlichen Gründen – rechtens sei. Damit mochte er sich aber nicht abfinden und legt Berufung ein. Seitdem hängt die Angelegenheit vor Gericht und ist zuletzt wieder vertagt worden, da die Richterbank fehlbesetzt war.
Und warum eine solche außergewöhnliche Disziplinarmaßnahme gegen einen Bürgermeister? Das Verwaltungsgericht sah es als erwiesen an, dass der Bürgermeister im Januar 2009 auf einem Autobahn-Rastplatz – in der Nähe seiner Heimatgemeinde – versucht hatte, eine russiche Touristin auf dem Damenklo mit einem Spiegel unter der Trennwand auszuspähen. Die Dame und ihr Begleiter merkten sich aber das Kfz-Kennzeichen des Spanners und so nahm das Schicksal seinen Lauf – und es ist ganz schön dumm gelaufen für den Bürgermeister.
Kleiner Tipp von Miss Lungen an den Kommunalpolitiker: Das nächste Mal einfach den Schwanz einziehen und die Gehaltskürzung ohne Widerrede akzeptieren – das kann einem so mache Peinlichkeit ersparen. Und ansonsten ganz einfach Verklemmungen abbauen – z.B.duch einen Besuch im Swinger-Club oder so. Gibt es sicher auch in der Nähe von Scheyern!